Kryptowähurngen vs. Kreditkarten
Veröffentlicht von Oliver Polenz in News am 28. Juli, 2018 um 10:33 Uhr - Foto: Thinkstock / traviswolfe

Geschäftsführer von Mastercard sagt: Kryptowährungen sind Schrott

Nur ein paar Tage, nachdem Mastercard sein Patent für Link-Fiat- und Kryptowährungstransaktionen verkündet hat, bezeichnet ein Geschäftsführer des Payment-Riesen die Kryptowährungen als Schrott. Sie sollten kein Medium für den Werttransfer sein.

Anonym und volatil

Als Vorstand des Strategic Partnership Forums USA-Indien hielt der Geschäftsführer Ajay Banga eine Rede auf der 6. New India-Vorlesung in der Finanzmetropole New York. Dabei erwähnte er, dass die Kryptowährungen volatil und anonym wären und somit keinen soliden Wert als Tauschmittel hätten. Ihre Wertschwankungen am Markt würden dies untermauern.

Ganz konkret benutzte Banga das Wort Müll, um die Cyberwährungen zu beschreiben. Außerdem würden, laut des Geschäftsführers, 95 % aller Transaktionen mit den Kryptowährungen für Drogeneinkäufe und Kreditkartenbetrug aufgewendet werden. Befürworter der neuen Währungen sehen in diesen Aussagen von Banga nur einen Haufen an Vorurteilen.

Von wegen flüchtig und anonym

Banga bezeichnet die Kryptowährungen als volatil und anonym. Befürworter dieser Währungen halten jedoch dagegen und argumentieren, dass diese Volatilität sich in ihrer Neuheit begründet. Eine Preisstabilität könnte mit der Zeit erreicht werden. Eine allgemeine Akzeptanz der Kryptowährungen am Markt würde dies ermöglichen.

Bezüglich der Anonymität weisen Anhänger der Cyberwährungen darauf hin, dass alle Transaktionen mit einem öffentlichen Schlüssel verknüpft sind. Daher wären sie sogar weniger anonym als der physische Geldtransfer. Allerdings gibt es durchaus Kryptowährungen, die die Maske der Anonymität tragen. Dies sind beispielsweise Dash, Monero und Zcash.

Unlautere Nutzung schwer zu beziffern

Sicher werden Kryptowährungen dazu genutzt, unlautere Geschäfte zu tätigen. Wie hoch ihr Anteil an Transaktionen ist, um Waffen, Drogen oder andere illegale Dinge zu kaufen, ist unmöglich zu beziffern. Banga spricht von 95 %.

Nach einer Studie der Universität von Sydney wird die Zahl auf 44 % geschätzt. Damit würden mehr als die Hälfte der Bezahlungen mit Kryptowährungen für legale Waren und Dienstleistungen erfolgen. Aufgrund weltweiter Regulierungen dürfte sich die Zahl von 44 % noch weiter reduzieren.

Banga als Repräsentant von Mastercard steht nicht alleine dar

Banga vertritt mit Mastercard eines der bedeutendsten Unternehmen im Segment der Kreditkarten. Obgleich andere Vertreter des Mega-Konzerns sich bereits mit den Kryptowährungen intensiv auseinandersetzen, hält Banga gegen sie. Er bläst damit ins gleiche Horn wie Jamie Dimon von JP Morgan und Larry Fink von BlackRock.

Dies verwundert kaum, denn die Kryptowährungen mischen den Finanzmarkt und das Geschäft mit den Kreditkarten erheblich auf. Inwiefern sie in einigen Jahrzehnten noch von Bedeutung sein werden oder ob es eine konkrete Annäherung geben wird, bleibt abzuwarten.