Prepaid-Kreditkarten - Kinder
Veröffentlicht von Oliver Polenz in News am 5. Februar, 2014 um 19:10 Uhr - Foto: Thinkstock / iStock / Wavebreak Media

Verbraucherschützer mahnen Banken und Sparkassen ab

Viele hätten es nicht für möglich gehalten, aber laut den Konditionen vieler Finanzinstitute können Nutzer einer Prepaid-Karte auch rote Zahlen schreiben. Die Verbraucherzentrale NRW hat daher Geldinstitute erfolgreich abgemahnt. In einem schwebenden Verfahren mit der Sparkasse wird noch die Entscheidung der Richter erwartet.

Prepaid Kreditkarten nur mit Guthaben? Ins Minus geht’s doch

Prepaid-Kreditkarten erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Insbesondere Kinder und Jugendliche setzen auf dieses bargeldlose Zahlungsmittel und Eltern unterstützten sie darin.

Nach der gängigen Werbung der Banken ist es keine eigentliche Kreditkarte, da kein Kreditrahmen gewährt werden soll. Stattdessen laden Eltern und Kinder die Prepaid-Kreditkarte mit einem Guthaben auf, welches anschließend genutzt werden kann. Die Karte soll somit eine volle Kostenkontrolle ermöglichen und den Kindern den Umgang mit Geld lehren.

Da sie im In- und Ausland zum bargeldlosen Bezahlen sowie Geldabheben genutzt werden kann, ist sie ideal für Klassenfahrten oder einen Schüleraustausch im Ausland. Die Sicherheit über die Kostenkontrolle ist jetzt ins Wanken geraten, denn ein Abrutschen in die roten Zahlen ist anscheinend doch möglich.

Eine Überprüfung der Konditionen der Kartenanbieter offenbart, dass das Machen von Schulden bei Prepaid-Kreditkarten sogar in den Vertragsbedingungen vermerkt ist. Somit können diese vermeidlich sicheren Kreditkarten auf einmal für unangenehme Überraschungen bei den Eltern und den Kindern sorgen.

Verbraucherschützer verschicken Abmahnungen wegen Schuldenklauseln

Drei Banken sowie Sparkassen wurden wegen des Vorhandenseins solcher Schuldenklauseln in den Vertragsbedingungen von Prepaid-Kreditkarten für Kinder und Jugendliche abgemahnt.

Die PSD Rhein Ruhr eG und die Commerzbank reichten die geforderte Unterlassungserklärung ein. Da die PSD Rhein Ruhr eG das Regelwerk der Finanzgruppe verwendete, wird die Abmahnung für jegliche Genossenschaftsbanken in der Bundesrepublik bedeutsam, die Prepaid-Kreditkarten im Angebot haben. Diese möchten daher zukünftig den Begriff „prepaid“ nicht mehr verwenden. Die Hamburger Sparkasse hingegen verwehrte sich einer Unterschrift, weshalb nun ein Gericht über die Rechtmäßigkeit einer etwaigen Überziehung urteilen muss.

Die Hamburger Sparkasse begibt sich damit auf einen schmalen Grad. Eine Prepaid-Kreditkarte steht dafür, keinen Kreditrahmen zu haben. Aus diesem Grund kann sie auch an Kindern und Jugendliche unter 18 Jahren ausgestellt werden. Die Konsequenz müsste daher sein, dass der Karteninhaber für eine Überziehung nicht haftbar gemacht werden kann. Außerdem erhalten Minderjährige nur ein Darlehen, wenn eine gerichtliche Genehmigung besteht.