Waving flag of poland. 3D illustration
Veröffentlicht von Oliver Polenz in Ratgeber am 9. Juni, 2016 um 14:08 Uhr

Geld abheben in Polen – was ist zu beachten!

Polen hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Geheimtipp für Urlauber entwickelt. Seit dem EU-Beitritt im Jahre 2004 sind Reisen in das an Deutschland angrenzende Land sehr einfach möglich und noch dazu vergleichsweise günstig. Zu entdecken gibt es malerische Strände an der Ostsee, zahlreiche Wintersportgebiete, Kulturstätten aller Art und auch den offiziell letzten Urwald Europa. Für Geschäftsreisende ist Polen durch seine Nähe zu Deutschland ohnehin schon länger ein bekanntes Ziel.

 

Polen: Kein Euro trotz EU-Beitritt

Obwohl der Beitritt Polens zur EU nun schon einige Jahre zurückliegt, kommt dort noch immer nicht der Euro als Zahlungsmittel zum Einsatz. Stattdessen ist offizielles Zahlungsmittel noch immer der Złoty, welcher in 100 Groszy unterteilt ist. Im Umlauf sind dabei folgende Münzen und Scheine:

  • Münzen: 1, 2, 5, 10, 20, 50 Groszy; 1, 2, 5 Złoty
  • Scheine: 10, 20, 50, 100, 200 Złoty

Bei einer Reise nach Polen kommt so gut wie niemand um das Wechseln der Währung herum. Zwar akzeptieren einige Hotels und Restaurants auch Euro, allerdings zu einem in der Regel suboptimalen Umrechnungskurs. Wer sein Geld selbst wechselt, kann daher einiges einsparen. Übrigens ist es auch empfehlenswert, erst in Polen Geld in die Landeswährung umzutauschen. Zumeist erheben die dortigen Banken und Wechselstuben geringere Gebühren als ihre Kollegen in Deutschland. Derzeit erhalten Reisende für einen Euro gut vier Złoty, natürlich ist dieser Wert aber täglichen Kursschwankungen ausgesetzt.

 

Gebühren für das Abheben von Geld in Polen

Die polnischen Banken selbst verlangen in den meisten Fällen keine Gebühren für das Abheben von Geld. Dennoch ist hierbei Vorsicht geboten. Gebühren entstehen nicht selten durch die eigene in Deutschland ansässige Hausbank. In den Verträgen der meisten Girokonten und Kreditkarten gibt es eine Klausel für ein sogenanntes Auslandseinsatzentgelt.

Dabei werden pro Transaktion Gebühren in Höhe von etwa fünf bis zehn Euro fällig. Wer also mit seiner normalen EC- oder Kreditkarte Geld in Polen abheben möchte, reizt am besten den maximalen Verfügungsbetrag aus. Eine große Abhebung verursacht deutlich weniger Kosten als das Abheben von mehreren kleinen Beträgen.

Es gibt jedoch auch eine Möglichkeit, um Geld in Polen vollkommen ohne zusätzliche Kosten abzuheben. Mit einer Reisekreditkarte lassen sich Abhebungen weltweit in der jeweiligen Landeswährung ohne zusätzliche Gebühren tätigen. Erhältlich sind solche Karten mittlerweile bei einigen Banken sogar komplett kostenfrei. Da die Reisekreditkarte auch im Inland gültig ist und auch für Einkäufe im Internet verwendet werden kann, wird sie auch nach dem Besuch in Polen oder einem anderen Land nicht nutzlos. Sie lässt sich dann noch hervorragend als Zweitkarte verwenden und wird in Zukunft im Ausland stets gute Dienste leisten.

 

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Gebührenfalle DCC

Die Geldautomaten in Polen sind fast alle mit Dynamic Currency Conversion (DCC) ausgestattet. Dieses System garantiert Nutzern eine Umrechnung von Fremdwährungen in die Landeswährung Złoty. Allerdings gibt es dabei einen großen Haken.

Der Umrechnungskurs von DCC ist fast immer bedeutend schlechter als der tatsächliche Tageskurs. Die Erfahrung zeigt, dass der Auszahlungskurs per DCC in der Regel 10 Prozent schlechter ausfällt als der offizielle Kurs. Deshalb ist es nur zu empfehlen, auf DCC bewusst zu verzichten.

Es gibt jedoch bei polnischen Automaten keine Nachfrage danach, ob eine Auszahlung per DCC erwünscht ist. Der schlechtere Kurs ist auf den Automaten per Standard aktiviert und muss erst vom Nutzer abgewählt werden. Es ist also bei einer Auszahlung von Geld in Polen unbedingt darauf zu achten, DCC abzuwählen. Auch beim bargeldlosen Bezahlen ist dies der Fall.

 

Sicherheit in Polen beim Umgang mit Geld

In Polen gibt es vor allem in größeren Ortschaften leider noch immer teils große Probleme mit Taschendiebstählen. Wertvolle Gegenstände und Bargeld sollten daher immer direkt am Körper getragen werden und nicht etwa in einem Rucksack oder einer Handtasche verstaut werden.

Darüber hinaus ist es zu empfehlen, teuren Schmuck oder Ähnliches nicht allzu offen zu tragen, um sich nicht als potenzielles Opfer für Kriminelle zu präsentieren. Ratsam ist es auch, immer nur so viel Bargeld wie nötig mit sich zu nehmen. Der Rest ist besser in einem Hotelsafe aufbewahrt.

Beim Geld abheben am Automaten kommt es genau wie in Deutschland vor allem auf gesunden Menschenverstand an. Eine EC- oder Kreditkarte sollte immer getrennt von der PIN aufbewahrt werden, im besten Fall existiert die Geheimnummer nur im Kopf des Besitzers. Außerdem ist darauf zu achten, das Tastenfeld eines Automaten während der Eingabe der PIN mit einer Hand abzuschirmen. Auf diese Weise wird verhindert, dass Dritte den Code ablesen können.

Sollte trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mal eine Karte gestohlen werden oder verloren gehen, so muss diese so schnell wie möglich gesperrt werden, um daraus entstehende Schäden so gering wie möglich zu halten. Es gibt dafür eine eigene Sperrhotline, die sich auch aus dem Ausland erreichen lässt. Dafür muss einfach die deutsche Landesvorwahl vorgewählt werden. Alle Nummern für den Notdienst sind im Folgenden aufgelistet:

  • Sperrung aus Deutschland: 116 116
  • Sperrung aus dem Ausland: +49 116 116 bzw. 0049 116 116
  • Alternativ aus dem Ausland: +49 30 4050 4050 bzw. 0049 30 4050

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