Kreditkartenschulden von Millenials
Veröffentlicht von Oliver Polenz in News am 16. Mai, 2019 um 9:20 Uhr - Foto: iStock / Getty Images Plus

USA: Clever oder kurzfristig gedacht? Kreditkarten mit Boni

Der Großteil aller Millennials bevorzugt Kreditkarten mit Boni und Vergütungen. Diese wichtige Zielgruppe der Finanzunternehmen möchte bedient werden und so kommen regelmäßig neue Kreditkartenangebote auf den Markt.

Folgendes wird bei diesen Kreditkarten Angeboten versprochen: großartige Vergünstigungen. Doch sind diese Kreditkarten wirklich so lohnenswert?

Eine Umfrage aus den USA belegt die Präferenzen

Jüngst führte CreditCards.com eine Umfrage mit über 2.500 US-Amerikanern durch, von denen 700 zwischen 23 und 38 Jahre alt waren. Diese Altersgruppe wird als Millennials bezeichnet.

Die Studie beweist, was die Kreditkartenanbieter bereits längst wissen: Die jungen Kreditkartennutzer fühlen sich zu Kreditkarten mit Vergütungen oder Boni besonders hingezogen.

Überaus beliebt sind die Karten, die eine Cash-back-Vergütung von 3% auf jeden Einkauf ermöglichen. 22% der Millennials gaben an, sie wählen gern eine Kreditkarte aus, die mit einem Bonus von 500 US-Dollar bei Vertragsunterzeichnung lockt.

Geringe 6% der Zielgruppe ließen verlauten, dass sie Kreditkartenangebote mit einem Zinssatz von 0% bei Kreditkartenschulden interessiert. Doch gerade diese Karten wären für die Millennials perfekt, denn fast die Hälfte von ihnen weist am Ende des Monats einen Differenzbetrag zwischen Soll und Haben auf.

Vorsicht vor hohen Zinssätzen

Insbesondere Kreditkarten mit Vergünstigungen, einem Startguthaben oder anderen Boni erweisen sich oft im Nachhinein als teuer. Zumindest trifft dies auf die Nutzer zu, die oft Kreditkartenschulden ansammeln.

Ein US-Experte für Kreditkarten machte deutlich, dass solche Lockangebote in der Regel mit einem hohen Zinssatz einhergehen. Oft liegt dieser bei immensen 17,6 %, wohingegen er bei anderen Kreditkartenangeboten zumeist 14,73 % beträgt.

Wer solch einen exorbitanten Zinssatz entrichten muss, sollte lieber auf die Vergünstigungen und Boni verzichten. Letztlich gleichen sie die hohen Zusatzkosten für ein Abbezahlen der Schulden nicht aus.

Eine Balance-Transfer-Kreditkarte von 0% kann helfen

Viele Millennials wissen nicht, dass es sogenannte Balance-Transfer-Kreditkarten gibt. Einige besitzen einen Einführungszinssatz für Saldoüberweisungen von 0%. Das ist sehr hilfreich für alle, die Schulden einer anderen Kreditkarte tilgen müssen. So lassen sich Kreditkartenschulden schneller und günstiger begleichen.

Doch Achtung: Experten empfehlen, diese Kreditkarten tatsächlich nur für die Tilgung von Schulden auf einer anderen Kreditkarte einzusetzen. Sie wären nicht dazu da, um weiterhin einzukaufen.

Zudem wäre stets ein pünktliches Zahlen wichtig, denn mit Kreditkartengebühren und zusätzlichen Zinsen würde der Nutzer am Ende ansonsten mehr schulden als vor dem Transfer.

Von Anfang an die Kreditkarte smart nutzen

Die erwähnten Studienergebnisse stammen für Kreditkarten für die USA. In Deutschland sieht die Lage jedoch kaum noch anders aus. Die erhöhten Lebenskosten und die Konsumfreude sorgen dafür, dass immer mehr junge Menschen Kreditkartenschulden anhäufen.

Damit niemand in diese Falle tritt, sollte die Kreditkarte mit Bedacht verwendet werden. Der Kreditrahmen muss nicht jeden Monat ausgeschöpft werden. Besser ist es, nur in Ausnahmefälle mit der Kreditkarte über den monatlichen Einnahmen zu liegen.