Kanada - Gebührenumsätze
Veröffentlicht von Oliver Polenz in News am 9. August, 2018 um 9:24 Uhr - Foto: Thinkstock / PromesaArtStudio

Kanada: Kreditkartenunternehmen senken Händlergebühren

Die Bundesregierung Kanada hat jüngst veröffentlicht, dass Kreditkartenunternehmen angegebenen hätten, sie würden die Gebühren für Unternehmen innerhalb des Landes senken. Eine Reduzierung von zehn Basispunkten sei angedacht.

Einsparungen für kleine und mittlere Unternehmen

Nach Angaben der kanadischen Bundesregierung gibt es neue Fünfjahresverträge mit den Finanzriesen Mastercard, Visa und American Express. In diesen sei vermerkt, dass die Händlergebühren geringer als vorher wären. Auf diese Weise sollen kleine und mittlere Unternehmen unterstützt werden. Insgesamt ist von Einsparungen um die 250 Millionen Dollar pro Jahr gesprochen worden.

Ab 2020 werden Visa und Mastercard die Händlergebühren auf einen durchschnittlichen jährlichen Effektivzins von 1,4 Prozent reduzieren. Zuvor lagen sie bei 1,5 Prozent. Außerdem werden sie die Lücke zwischen den höchsten und niedrigsten Raten, die sie den Händlern berechnen, verringern.

American Express hat zugestimmt, mehr Fairness und Transparenz als Teil einer separaten freiwilligen Verpflichtung zu gewährleisten. Gerade in jüngster Zeit ist Amex diesbezüglich stark in Kritik geraten.

Ein Sprecher der Einzelhandelskammer Kanada ließ verlauten, dass diese Änderungen nicht umfangreich genug sind. Er betonte, dass Unternehmen lediglich 100 Dollar einsparen, wenn der Kreditkartenumsatz bei ihnen aus den Verkäufen 100.000 Dollar beträgt. Jedoch sei diese Änderung ein Schritt in die richtige Richtung.

Regierung betont Einsparungspotenzial von Kleinunternehmen

Die Regierung hatte in Pressemeldungen verkündet, die neuen Änderungen können insbesondere kleineren Unternehmen helfen. Sie würden so viele Tausend Dollar innerhalb des Vertragszeitraums von fünf Jahren einsparen.

Weiterhin bestände die Hoffnung, dass diese Einsparungen zu Neuinvestitionen, Expansionen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze führen würden. Zudem würde der Wettbewerbsvorteil größerer Unternehmen gegenüber Kleinunternehmen reduziert werden. Immerhin hätten die Händlerriesen mehr Verhandlungsspielraum mit den Kreditkartenunternehmen.

Die Vorteile aus den Vertragsänderungen würden nach Regierungsmeinung auch den Verbrauchern zugutekommen. So könnten die Händler ihre Preise niedrig halten. Vertreter der Einzelhandelsverbände stehen diesen Meinungen der Regierung kritisch gegenüber. Sie beklagen den geringen Umfang der Einsparungen.

Transparenz ist entscheidend

Schon im November 2014 hatten Visa und Mastercard ohne Druck vereinbart, ihre durchschnittlichen effektiven Gebühren innerhalb von fünf Jahren auf 1,5 Prozent zu senken. Der Zeitraum begann im April 2015. Eine unabhängige Prüfung im September 2016 ließ verlauten, dass die Unternehmen ihren jeweiligen Verpflichtungen nachgekommen sind.

Damals betonte die Regierung außerdem, sie würde anhaltende Überprüfungen durchführen, um einen angemessenen Wettbewerb sicherzustellen. Gleiches zähle für eine hinreichende Transparenz für Unternehmen und Verbraucher bezüglich der Kreditkartengebühren.

Ob sich auch diesmal die Unternehmen an ihre Ankündigungen halten, zeigt die Zeit.