Gebühren für AMEX Kreditkarten
Veröffentlicht von Oliver Polenz in News am 2. August, 2018 um 16:12 Uhr - Foto: Thinkstock / shansekala

American Express: Gebührenerhöhung für Unternehmenskunden aber nicht Privatkunden

Nach Expertenmeinung steht American Express ein Imageschaden von zumindest kurzfristiger Dauer bevor. Dem traditionsreichen, US-amerikanischen Unternehmen wird eine undurchsichtige Preispolitik bei Firmenkunden nachgesagt. Privatkunden betrifft dies nicht.

Ein tieferer Griff in die Tasche

Gewerbliche Kunden müssen höhere Gebühren bezahlen, wenn sie von Kunden eine American Express Kreditkarte als Zahlungsmittel akzeptieren. Nach Quellen des renommierten Blattes »Wall Street Journal« hat der Zahlungsdienstleister eine Gebührenanhebung vorgenommen, ohne vorab darüber die Kunden zu informieren.

Insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen sind von dieser Neuregelung betroffen. Dies überrascht Branchenkenner, denn American Express hatte bisher vor allem mit günstigen Gebühren geworben. Auf diese Weise will der Konzern sich den Kundenkreis der kleinen und mittleren Betriebe sichern.

Dahinter steckt das größere Ziel, eine Erhöhung des Firmenumsatzes einzuleiten und Provisionszahlungen an Mitarbeiter zu garantieren.

Ein Imageschaden ist nicht mehr abzuwenden

Die laut gewordenen Vorwürfe wegen einer nicht transparenten Preispolitik schaden dem Großkonzern. Dabei muss sich vor Augen geführt werden, dass American Express circa ein Viertel des Kreditkartenumsatzes mit der genannten Kundengruppe erzielt.

Amex gehört zu den größten Small-Business-Card-Emittenten innerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika. Anfang des Jahres 2018 hatten Unternehmenssprecher noch verkündet, American Express wolle der wichtigste Zahlungs- und Working-Capital-Anbieter für kleine und mittlere Unternehmen werden.

Welchen Schaden die Berichterstattung zur Gebührenerhöhung bereits angerichtet haben, zeigte sich sogleich an der New Yorker Börse. Die Aktie verlor nach Bekanntgabe der intransparenten Preispolitik bis zum Handelsschluss fast drei Prozent.

American Express versucht Wogen zu glätten

Erste Statements von American Express zu den Vorwürfen sind ebenfalls raus. Die Pressesprecherin Marina Norville berichtete gegenüber der Wirtschaftszeitung Wall Street Journal, dass es mit den meisten Kunden keinerlei vertraglichen Preisvereinbarungen gäbe.

Sie fügte an, American Express würde eine transparente Preispolitik verfolgen und die Gebührenerhöhung wäre fair. Sie würde den Compliance-Anforderungen entsprechen.

Eine externe Stelle überprüft jetzt, inwiefern das Finanzunternehmen die Standards erfüllt. Es dürfte jedoch dauern, bis eine offizielle Entscheidung bekannt gegeben wird.

Privatkunden können gelassen sein

Von einer neuen Gebührenordnung sind derzeit Privatkunden von American Express nicht betroffen. Für sie hat sich nichts geändert. Viele von ihnen dürften bereits vergleichsweise hohe Jahresgebühren bezahlen, um eine Kreditkarte von Amex nutzen zu können.

Allerdings ist dabei zu beachten, dass die American Express Kreditkarten dieses durch einen umfangreichen Service ausgleichen, der sich auszahlen kann.

Erst jüngst machte erneut die Platinum Kreditkarte von sich reden, für die über 500 US Dollar Gebühr anfallen. Der hohe Preis wird deutlich durch zahlreiche Serviceleistungen relativiert.

Wer in ihr Nutzungsprofil fällt, kriegt am Ende des Jahres sogar mehr für sein Geld. Zu den Leistungen gehören unter anderem der Zutritt zu ausgewählten Flughafenlounges, Boni für Uber, Gutschriften für Einzelhändler und Rabatte bei Reisen.