American Express Umsatzanstieg
Veröffentlicht von Oliver Polenz in News am 31. Juli, 2018 um 8:57 Uhr - Foto: Thinkstock / HStocks

So steigerte American Express seinen Umsatz

Mitte Juli 2018 gab American Express seine Ergebnisse vom zweiten Quartal des Jahres bekannt, die Anleger in einen Freudentaumel brachten. Der Umsatz erhöhte sich im Vergleich zum vorherigen Jahr um stolze 9 %.

Die Aktie stieg auf 1,84 US-Dollar, was einer eindrucksvollen Steigerung von 25% gleichkommt. Gründe für diesen Erfolgszug des globalen Anbieters für Finanzdienstleistungen gibt es mehrere.

Drei große Umsatzträger

Zweifelsohne sind die beachtlichen Gewinne auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Da wäre die neue Steuerpolitik, die dem Großunternehmen zugute kommt. Auch der Rückgang der noch ausstehenden Aktien aufgrund des Aktienrückkaufsprogramms hat diesen Erfolg positiv beeinflusst.

Die wichtigsten Gründe sind jedoch sehr altmodisch: Das Geschäft von American Express ist organisch gewachsen. Mehr Umsätze konnte der Finanzriese durch drei entscheidende Säulen erzielen: Einnahmen aus Gebühren, Nettozinsertrag und Netto-Kartengebühren.

Um sagenhafte 8% konnte American Express seine Gebühren für Händler für die Annahme von American-Express-Karten steigern – und dies in einem geringen Zeitraum von einem Jahr. Der Erlös in diesem Bereich beläuft sich auf 6,19 Mrd. US-Dollar und macht damit 62 % des Gesamtumsatzes des Unternehmens aus.

Im Detail: Für jede 100 US Dollar, die mit einer American-Express-Karte bezahlt werden, erhält der Finanzdienstleister durchschnittlich 2,37 US-Dollar. Der Netto-Zinsbetrag – und damit die Zinsen, die Amex für die Darlehen seiner Karteninhaber empfängt – ist um 19,5 % gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Dieser Erhöhung ist insbesondere dem Wachstum der Kredite weltweit zu verdanken.

Eine Kreditkarte von hohem Wert

Die drittgrößte Umsatzquelle für American Express sind die Kartengebühren. Sie erhöhten sich im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um immerhin 9% und somit auf 844 Millionen US-Dollar. Dieses Ergebnis begründen Firmensprecher mit einem starken Wachstum auf den bedeutenden internationalen Märkten sowie auf Delta und Platin in den USA.

Um dies zu ermöglichen, bietet das Unternehmen verschiedene Wertangebote an. Noch immer sind mehr als die Hälfte aller Neukarten gebührenpflichtig. Diese Gebühren für Kreditkarten werden jedoch mit attraktiven Serviceleistungen abgegolten, zu denen beispielsweise ein Zugang zu Flughafenlounges und Guthaben für Taxidienstleister gehören.

Auch Gutschriften für ausgewählte Einzelhandelsgeschäfte in dreistelliger Höhe an die Karteninhaber sind als Incentive möglich.

Abschließende Beurteilung

Trotz des positiven Wachstums verlief für Amex das vergangene Quartal nicht optimal. Dies begründet sich in den Rückstellungen für Kreditausfälle, die sich auf 806 Mio. US-Dollar erhöhten. Zweifelsohne wurde dadurch das Ergebnis belastet.

Nach unternehmenseigenen Angaben soll der obere Teil der Gewinnprognose für das gesamte Jahr von 6,90 bis 7,30 US-Dollar erzielt werden. In Anbetracht des jetzigen Aktienkurses heißt dies, dass die Aktie des Finanzgiganten zu einem soliden Kurs-Gewinn-Verhältnis von weniger als 14 gehandelt werden würde.

Experten prophezeien, dass der Wachstumstrend weiter anhält. Aktionäre mit einer langfristigen Ausrichtung hätten daher gute Chancen, für einen zufriedenstellenden Gewinn.