Kreditkarte Stripe
Veröffentlicht von Oliver Polenz in News am 28. Juli, 2018 um 10:10 Uhr - Foto: Thinkstock / Poike

Payment-Gigant Stripe erweitert das Geschäftsfeld und bietet Kreditkarten an

Im Epizentrum der High-Tech-Innovationen, dem kalifornischen Silicon Valley, hat Stripe seinen Sitz. Das Start-up hat sich auf moderne Zahlungsmodalitäten spezialisiert und sieht seine Zielgruppe primär in Webseitenbetreibern.

Jetzt hat der Payment-Gigant sein Geschäftsfeld um Kreditkarten erweitert. Wie so häufig liegt die Angebotserweiterung in einer intensiven Marktbeobachtung. Ein Leiter des Unternehmens berichtete, dass viele Betriebe noch immer das Problem haben, schnell und einfach Geld zu bewegen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Wie Stripe den Kunden helfen möchte, zeigt ein Beispiel: Ein Car-Sharing-Anbieter könnte mit dem Service von Stripe besser die Benzinkäufe, die mit der Tankkarte ausgeführt werden, verwalten und nachverfolgen.

Wird ein Angestellter für den Einkauf losgeschickt, erhält er eine einmalig wirksame virtuelle Kreditkartennummer. Mit dieser kann er in einem bestimmten Geschäft einen vorab fixierten Betrag ausgeben. Die dynamischen Budgets könnten den Arbeitsalltag des Supervisors und des Personals erleichtern, da die Angestellten nicht auf seine Genehmigung warten müssen.

Stripe verdient an jeder Zahlung, die mit diesen besonderen Kreditkarten getätigt wird. Gleichzeitig gibt es einen verlockenden Anreiz für den Kunden, der am Umsatz ebenfalls beteiligt wird. Auf den physischen Kreditkarten steht das Logo des Arbeitgebers, für dessen Aufdruck Stripe verantwortlich ist.

Kartennetzwerk stellen Visa und Mastercard bereit

Um die weltweit beste Akzeptanz dieser speziellen Kreditkarten zu ermöglichen, arbeitet Stripe mit Visa und Mastercard zusammen. Sie stellen das Netzwerk zur Verfügung. Zwar bedeutet dies auch eine höhere Kostenbelastung für Stripe aufgrund der Interbankenentgelte, aber diese Maßnahme dient dem Service und dem Kundengewinn.

Immerhin ist die Konkurrenz groß. Mit Marqeta Inc. gibt es ein weiteres Start-up, welches Kreditkarten für die USA herausgibt und über ein Investitionsvolumen von über 100 Millionen Dollar besitzt.

Einen vergleichbaren Service wie Stripe bietet Adyen BV aus Amsterdam an. Sie sind im Juni 2018 an die Börse gegangen und konnten ihre Bewertung um mehr als 140 Prozent steigern. Erfolgreich in diesem Zahlungsdienstleistungssegment ist ferner Jack Dorsey’s Square Inc..

Für Branchenkenner eine kleine Überraschung

Branchenexperten wie Analyst Jordan McKee waren überrascht, dass Stripe auf diese Weise den Tätigkeitsbereich ausdehnt. Doch es könnte ein guter Schachzug sein, da dank der speziellen Kreditkarten die Kunden nun nicht mehr mit vielen verschiedenen Dienstleistern zusammenarbeiten müssten.

McKee sieht das Potenzial für den Erfolg von Stripe in der Vereinfachung der Zahlungsprozesse für den Nutzer. Sie könnte zu einem Wettbewerbsvorteil verhelfen und den Anstoß für neue Innovationen in diesem Segment geben.