Kreditkarten - Strafe Zinssenkung in den USA
Veröffentlicht von Oliver Polenz in News am 22. Juli, 2018 um 10:40 Uhr - Foto: Thinkstock / belchonock

335 Millionen US-Dollar an Rückzahlung für einige Citigroup-Kreditkartenkunden

Die Citigroup wird eine stolze Summe von rund 335 Millionen US-Dollar an eine Gruppe an Bankkunden zurückzahlen, da diese zu hohe Zinsen für ihre Kreditkarten bezahlt hat. Ein individuell berechneter Betrag geht nach Vereinbarung mit dem US-amerikanischen Finanzamt für Verbraucherschutz bis Ende des Jahres 2018 an 1,75 Millionen Kunden.

Der Hintergrund zur Millionensumme

Anfangs des Jahres 2018 veröffentlichte die Citigroup, sie hätte eine fehlerhafte Methode eingesetzt, um zu bestimmen, ob Kreditkartenkunden eine Senkung der Zinsen auf ihre Kreditkarten erhalten könnten oder nicht. Dies verlangt der CARD Act, bei dem es sich um ein Bundesgesetz handelt, welches die Kreditkartenindustrie regelt.

Der CARD Act stammt aus dem Jahr 2009 und ist demnach noch von Barack Obama unterzeichnet worden. Das Bundesgesetz hat das Ziel, faire und transparente Praktiken in Bezug auf die Kreditvergabe im Rahmen eines offenen Verbraucherkreditprogramms einzuführen.

Bereits 2017 hatte Citi ihren eklatanten Fehler bei den Aufsichtsbehörden und dem Verbraucherschutzbüro Consumer Financial Protection Bureau dargestellt. Darauf hin entschied sich das Consumer Financial Protection Bureau dazu, Citi für diese Fehler nicht zu beschuldigen.

Die Bank hätte selbst die Entscheidung getroffen, auf diesen Missstand aufmerksam zu machen und ihn den verantwortlichen Regulierungsbehörden zu melden. Auch das Vorhaben die fehlerhaft eingezogenen Zinsen zurückzuerhalten, traf Citi selbst. Schon Anfang 2018 hatte Citi die Mittel zur Deckung der Rückzahlungen in einem Zulassungsantrag fixiert.

Dritte Vollstreckungsmaßnahme seit Trumps Amtseintritt

Der Fall mit der Citigroup und den Zinsen für USA Kreditkarten ist die dritte Vollstreckungsmaßnahme, welche das Consumer Financial Protection Bureau unter der Leitung von Mick Mulvaney ausführt. Mulvaney ist Donald Trumps Budgetdirektor und aktuell der Direktor des Verbraucherschutzbüros.

Kritiker der Trump-Regierung betonen, dass das Consumer Financial Protection Bureau mit dem neuen Direktor an Durchsetzungsstärke verloren hätte. Sein vorheriger Vertreter, Richard Cordray und Anhänger von Obama, hätte die Interessen der Verbraucher intensiver verfolgt. Im letzten Jahr verließ Cordray jedoch das Amt. Seit diesem Zeitpunkt hätte sich die Arbeit des Verbraucherschutzbüros erheblich verlangsamt.

Die ersten beiden Fälle seit Mulvaney als Direktor des Verbraucherschutzbüros

Zu den bereits erwähnten beiden ersten Fällen des Verbraucherschutzbüros unter der Leitung von Mulvaney gehören Wells Fargo und Security Group. Das US-amerikanisches Finanzdienstleistungsunternehmen Wells Fargo mit Sitz in San Francisco erhielt eine Geldstrafe in der Höhe von einer Milliarde US-Dollar aufgrund von schlechten Praktiken bei der Hypothekenvergabe.

Der zweite Fall betraf mit der Security Group ein Unternehmen, welches sich der Eintreibung von Schulden widmet. Die freiwillige Zahlung der Citigroup markiert das erste Mal unter Mulvaney, dass der Verbraucher Geld zurückerhält.