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Veröffentlicht von Oliver Polenz in News am 16. August, 2017 um 18:42 Uhr

Kreditkarten weiter auf dem Vormarsch

In Deutschland haben sich Kreditkarten inzwischen etabliert, aber noch immer dominieren Maestro-Karte und Bargeld. Wie lange dies so sein wird, ist ungewiss. An zunehmend mehr Stellen ist es möglich, mit der Kreditkarte zu zahlen. Sogar die Kirchen könnte die Kreditkarte bald erobern.

Kreditkarten werden in Deutschland vornehmlich für Online-Käufe verwendet. Zudem stecken sie im Portemonnaie, um auf Reisen bequem bezahlen zu können. Neben den Geschäften des stationären Handels und Restaurants gibt es jedoch stetig mehr Möglichkeiten, die Karte zu zücken.

Im August 2017 verkündete die Stadt Berlin, dass an zehn Standorten der Metropole die Parkgebühren mit Kreditkarte entrichtet werden können. Dabei kommt die NFC-Technologie zum Einsatz, was in Deutschland auch als kontaktloses Bezahlen bezeichnet wird.

Alternativ dazu existieren bereits Sticker für Smartphones, die ein kontaktloses Bezahlen in einem anderen Format erlauben. Diesen Sticker klebt der Verbraucher auf sein Smartphone und kann so kleine Rechnungen begleichen. Damit dies möglich ist, muss das Telefon nur über ein NFC-Modul verfügen.

Klingelbeutel bald Geschichte?

Eine weitere neue Annahmestelle von Kreditkarten in Deutschland sind die Ticket-Automaten der Priwallfähre. Sie sollen in diesem Jahr ausgetauscht werden, um an den neuen Automaten mit Kreditkarte bezahlen zu können.

Jetzt steht erneut in Diskussion, ob nicht der Klingelbeutel in Kirchen durch »Kollektautomaten« ersetzt werden sollte. Diese Entwicklung provozieren die Banken, die zumeist Gebühren verlangen, wenn sie Münzgeld in höheren Beträgen annehmen. Damit die Spenden der Gläubigen nicht durch die Bankgebühren geschmälert werden, wäre laut einiger Geistlicher eine Spende via Kreditkarte hilfreich. In Schweden ist dies bereits Standard.

In Bonn befindet sich seit 2006 in der katholischen Münster-Gemeinde ein elektronischer Opferstock für Kreditkarten sowie Maestro-Karten. Im Juli 2017 ließ das Bistum Münster verlauten, sie nähme nun bargeldlose Spenden an. In der Moritzkirche in Coburg geben Besucher per Karte ihre Spende für die Erweiterung der Orgel.

Geldwirtschaft im Wandel

Die Zukunft gehört damit der Kreditkarte und anderen Möglichkeiten des bargeldlosen Bezahlens. Diese Entwicklung geht mit dem Wunsch einiger Politiker und Bankenvertreter einher, das Bargeld grundsätzlich abzuschaffen.

In Schweden hat die Regierung inzwischen die digitale Währung vorgestellt. Die EU-Kommission arbeitet bereits daran, neue Vorgaben für Bargeldgeschäfte zu erlassen.

In einigen EU-Staaten gibt es bereits Obergrenzen bei Bezahlungen mit Bargeld. Dazu gehören Italien (3000 Euro), Frankreich (1000 Euro), Griechenland (1500 Euro) und Spanien (2500 Euro). Zweifelsohne befindet sich Europa und damit auch Deutschland im Umbruch bezüglich des Themas Geldwirtschaft.


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