ADAC Kreditkarte: Datenschutzpanne beim Automobilclub
Veröffentlicht von Oliver Polenz in News am 4. November, 2015 um 14:47 Uhr

ADAC Kreditkarte: Datenschutzpanne beim Automobilclub

Das Internet ermöglicht vieles und erleichtert das Leben. Dazu gehört ebenfalls das Beantragen einer Kreditkarte. Wer in letzter Zeit eine ADAC-Kreditkarte beantragt hat, der konnte auch die Daten anderer Mitgliedern sehen. Dies ist eine Panne, die nicht hätte passieren dürfen und für einen neuen Skandal bei dem Automobilclub sorgt.

Kundendaten wochenlang offen lesbar

Für einige Wochen waren Daten von ADAC-Mitgliedern offen im Internet lesbar, wie ein Sprecher des Autoclubs am 2. November mitteilte. Wer einen Antrag online für eine ADAC-Kreditkarte ausfüllen wollte und eine x-beliebige Mitgliedsnummer eingegeben hat, bekam den dazugehörenden Namen, die Art der Mitgliedschaft sowie sein Startdatum angezeigt.

Sehr sensible Informationen wie Bankdaten und Adressen sind glücklicherweise nicht erschienen. Dennoch sorgte diese Datenschutzpanne für viel Aufsehen und Unbehagen bei den Mitgliedern. Inzwischen nahm der ADAC den Webebanner für den Kreditkartenantrag aus dem Netz.

Per Zufall entdeckt

Die Datenschutzpanne hat der ADAC nicht selbst entdeckt. Stattdessen fiel sie einem Internetexperten aus Mainz beim Ausfüllen des Antragsformulars für eine ADAC-Kreditkarte auf. Er war erstaunt über die unverschlüsselte Datenübertragung und meldete den Vorfall der Presse. Der ADAC reagierte sofort und hat die Antragsseite offline genommen.

Jetzt überprüft der Automobilclub, wie viele Mitglieder von dieser ungewollten Datenveröffentlichung tatsächlich betroffen gewesen sind. Diese sollten nach Aussagen von ADAC persönlich informiert werden, um sie gegenüber einem möglichen Datenmissbrauch zu schützen. Der Grund für diese Panne liegt vermutlich in einem Prozessfehler.

Für den Automobilclub hätte es kaum einen schlechteren Zeitpunkt für diese Datenschutzpanne geben können. So wurde gerade die Werbetrommel für eine Kreditkarte mit einem höheren Tankrabatt gerührt. Zudem war der renommierte ADAC-Autopreis “Gelber Engel” 2014 in Verruf geraten, nachdem sich Manipulationsvorwürfe erhärteten.


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