Credit Card Close-Up
Veröffentlicht von Oliver Polenz in Ratgeber am 5. Juni, 2018 um 10:44 Uhr

Kreditkartenlimit: Tipps und Hinweise zur variablen Größe

Reguläre Kreditkarten haben den Vorteil, dass sie dem Inhaber einen Kleinkredit gewähren. Heute kaufen und später zahlen, lautet bei dieser Zahlungsform die Devise. Wie hoch das individuelle Kreditkartenlimit ist, hängt von dem persönlichen Vermögen oder Einkommen sowie Vereinbarungen mit der Bank ab.

Ob der Kreditbetrag am Monatsende komplett oder in Raten beglichen wird, hängt von der Kreditkartenart ab. Hilfreiche Tipps und Hinweise rund zum Thema Kreditkartenlimit erfahren Sie hier bei uns.

Nicht blind darauf verlassen

Kreditkarten versprechen ein gewisses Maß an Freiheit, weshalb die Anbieter dieses Thema gern in ihrer Werbung aufgreifen. Überall sorglos bezahlen – dies soll mit den Karten möglich sein. Akzeptiert ein Zahlungsempfänger diese Zahlungsmodalität, stimmt das auch.

Wie hoch die Zahlung mit der Kreditkarte sein kann, hängt allerdings entscheidend von dem Kreditkartenlimit ab. Ist das Limit erreicht, können mit der Karte erst dann wieder Rechnungen beglichen werden, wenn die alten Zahlungsbeträge beglichen wurden. Manch ein Verbraucher vergisst dies und kommt so in unangenehme Situationen. Sie lassen sich vermeiden, indem der Nutzer stets einen guten Überblick über seinen Kreditrahmen behält.

Doch wie hoch ist der persönliche Kreditkartenlimit eigentlich?
Handelt es sich um eine reguläre Kreditkarte, gewährt die Bank zumeist ein bis zwei Monatsgehälter. Wie hoch der Betrag genau ist, steht oft auf den Kontoauszügen oder im Online-Account zur Kreditkarte. Auch der Bankberater gibt Auskunft.

So wird das Kreditkartenlimit bestimmt

Eines vorweg: Einen fixen Richtwert für das Kreditkartenlimit gibt es nicht. Dieses ist nur bei unechten Kreditkarten vorhanden. Bei den Prepaid-Kreditkarten lädt der Karteninhaber mit einem Wunschbetrag die Kreditkarte auf und kann dann über das Guthaben frei verfügen. Spielraum für Flexibilität besteht damit nicht. Bei regulären Kreditkarten hängt das Limit von vier Faktoren ab:

  • Einkommens- und Vermögensverhältnisse
  • Zahlungsmoral
  • Guthaben auf Kreditkartenkonto
  • Nutzungsverhalten

Die Banken möchten sich absichern, dass der Kreditkartenbesitzer ausstehende Beträge tatsächlich begleicht. Deshalb sind die Einkommens- und Vermögensverhältnisse entscheidend für die Höhe des Kreditrahmens. Wer stets hohe Einkünfte über Kontobewegungen nachweisen kann, der erhält einen dementsprechend hohen Kreditrahmen.

Neben den Einkommensverhältnissen ist die Zahlungsmoral des Kunden wichtig. Zahlt er pünktlich seine Rechnungen? Banken werfen gern einen Blick in die Vergangenheit, um abzuschätzen, wie verlässlich ein Kunde bei der Begleichung von ausstehenden Beträgen ist. Wer erst nach mehreren Mahnungen zahlt, erhält meist einen geringeren Kreditrahmen.

Teilweise ist es Karteninhabern möglich, Geld auf das Kreditkartenkonto als Zahlungssicherheit für die Bank zu buchen. Banken bewerten dieses Guthaben als positiv und erlauben so ein Kreditlimit, was der Höhe der Rücklagen auf dem Konto entspricht. Neben diesen drei Faktoren sind selbstverständlich auch die individuellen Wünsche beim Kreditkartenlimit entscheidend.

Aus Sicherheitsgründen wählen einige Kunden bewusst einen niedrigeren Kreditrahmen. Andere benötigen ein hohes Limit, da sie mit der Karte fast alle ihrer Ausgaben begleichen. Übrigens: Wer viel mit der Karte umsetzt und die Rechnungen pünktlich begleicht, hat beste Chancen auf einen hohen Kreditrahmen.

Ist eine Limiterhöhung möglich?

Über eine Erhöhung des Kreditkartenlimits sollten Nutzer gut nachdenken, bevor sie die Bank oder den Kreditkartenanbieter darum bitten. Sie sollten sich dafür die gleichen Fragen stellen, die vermutlich auch der Sachbearbeiter stellen wird:

  • Benötige ich einen erhöhten Verfügungsrahmen wirklich?
  • Wozu brauche ich ein höheres Limit?
  • Kann ich mir den größeren Kreditrahmen tatsächlich leisten?

Erst wer sich diese Fragen ehrlich gestellt hat, sollte sich an den Sachbearbeiter wenden. Diesem muss unter Umständen begründet werden, warum der künftige Bedarf eines höheren Kreditrahmens gefragt ist. Beispielhafte Gründe sind:

  • häufigeres Verreisen
  • längere Aufenthalte im Ausland
  • zahlreiche Anschaffungen in einem kurzen Zeitraum durch Umzug oder Vergleichbares
  • Erhöhung der Einkommensverhältnisse

Ob die Bank den Verfügungsrahmen schließlich tatsächlich erhöht, hängt vom Einzelfall ab. Letztlich geht es ihr nur darum, dass ihr Risiko eines Zahlungsausfalls gering ist.

Betrugsrisiko durch Anpassung des Kreditrahmens reduzieren

So praktisch, wie ein hoher Kreditrahmen ist, so gefährlich kann er auch sein. Jährlich entsteht ein immenser Schaden durch das sogenannte Skimming. Obgleich die Banken für einen unverschuldeten Missbrauch der Karte aufkommen, sollten Kunden durch ein geschicktes Vorgehen, diesem vorbeugen.

Zu 100 % lässt sich ein Kreditkartenmissbrauch nicht vermeiden, aber das Risiko lässt sich minimieren. Dies gelingt durch ein regelmäßiges Überprüfen der Kreditkartenabbuchungen. Außerdem versenden einige Banken per SMS oder E-Mail Nachrichten an den Kunden, sobald mit seiner Karte ein Umsatz getätigt wurde.

Da die Abbuchungen häufig im Ausland erfolgen, kann der Kunde einen Karteneinsatz im Ausland zudem blockieren. Verreist er selbst, kann er die Bank darauf hinweisen und für den Aufenthaltszeitraum die Blockierung aufheben.

Richtiger Umgang mit Verfügungsrahmen unerlässlich

Ob als Schutz gegen Kreditkartenmissbrauch oder die Schuldenfalle: Verbraucher sollten den Kreditrahmen sorgfältig auswählen. Die Bank kann zwar über die Maximalhöhe des Limits bestimmen, aber der Kreditkartennehmer entscheidet, wie er mit diesem umgeht. Letztlich ist es wichtig, bewusst die Kreditkarte einzusetzen, damit sie tatsächlich das Leben erleichtert und nicht durch zu hohe Außenstände belastet.


Bildquelle: Thinkstockphotos/©sharpeye


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